Am 14. Oktober 2025 ist der Support für Windows 10 ausgelaufen. Für viele Solo-Selbstständige, Freelancer und Inhaber:innen von Kleinstunternehmen bedeutet das eine unangenehme Überraschung: Entweder der aktuelle PC ist nicht Windows-11-fähig und muss ersetzt werden, oder es fallen Kosten für ein Upgrade an. Doch was, wenn diese Situation nicht nur ein Problem, sondern eine Chance ist? Eine Chance, sich von den großen Tech-Konzernen und den Anbietern, die dem Cloud Act unterliegen, ein Stück weit unabhängiger zu machen?

Digital souverän kosten sparen

Der Wechsel zu einer neuen Hardware und einem neuen Betriebssystem ist oft mit hohen Kosten verbunden. Ein neuer PC, der den Anforderungen von Windows 11 entspricht, kostet schnell 800 Euro oder mehr. Dazu kommt die Lizenz für Windows selbst, die je nach Version zwischen 100 und 200 Euro liegen kann. Und dann sind da noch die laufenden Kosten für Microsoft 365, die bei etwa 70 Euro pro Jahr für die Basisversion beginnen und für erweiterte Funktionen schnell auf 100 Euro oder mehr steigen. Für Solo-Selbstständige, die ihre Ausgaben im Blick behalten müssen, summieren sich diese Beträge schnell zu einer beachtlichen Investition.

Doch es gibt Alternativen. Ubuntu zum Beispiel ist ein kostenloses und stabiles Betriebssystem, das auf fast jeder Hardware läuft – auch auf älterer, die für Windows 11 nicht mehr ausreicht. Statt Microsoft 365 können Office-Pakete wie LibreOffice oder SoftMaker Office genutzt werden, die ebenfalls ohne laufende Kosten auskommen und den meisten Anforderungen gerecht werden. Diese Lösungen sind nicht nur kostengünstiger, sondern bieten auch mehr Kontrolle über die eigenen Daten und die genutzte Software.

Abhängigkeit prüfen

Bevor du jedoch den Schritt wagst, solltest du prüfen, ob ein Wechsel für dich und dein Unternehmen überhaupt machbar ist. Ein erster Schritt könnte sein, zu analysieren, mit welchen Systemen deine Lieferanten und Kunden arbeiten. Wenn ihr im Rahmen der Zusammenarbeit Drittsoftware einsetzt, die nur auf Microsoft Windows lauffähig ist, könnte der Wechsel schwierig werden. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Prüfung der eigenen Infrastruktur: Welche Programme und Tools werden täglich genutzt und gibt es für diese Alternativen, die auf einem anderen Betriebssystem laufen?

Auch die Frage, ob die eigene Hardware mit dem neuen System kompatibel ist, sollte nicht außer Acht gelassen werden. Ubuntu läuft zwar auf vielen Geräten, aber nicht jede Spezialsoftware oder jedes Peripheriegerät wird unterstützt. Hier lohnt es sich, vorab zu testen, ob alle notwendigen Komponenten funktionieren.

Je umfangreicher deine IT-Infrastruktur ist, desto eher solltest du einen IT-Berater hinzuziehen. Ein Wechsel des Betriebssystems und der genutzten Software kann komplex sein, besonders wenn spezielle Anwendungen oder Datenbanken im Spiel sind. Ein Experte kann dir helfen, die Risiken zu minimieren und den Übergang reibungslos zu gestalten.

Der Ausstieg aus Windows 10 muss nicht das Ende der gewohnten Arbeitsweise bedeuten. Er kann der Beginn einer neuen, unabhängigeren Ära sein – wenn du die richtigen Vorbereitungen triffst.

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