Die Möglichkeiten das CRM-System SmartWe mit einem LLM zu verbinden wurde auf dem CCF 2026 in Karlsruhe vorgestellt (Foto: Alkis Kurul)

Auf dem Customer Centricity Forum wurde kürzlich eine spannende Neuerung für das CRM-System SmartWe angekündigt: die Integration des Model Context Protocol (MCP). Diese Schnittstelle besteht schon, doch wurde auf dem CCF deutlich, dass das erst der erste Schritt ist um eine KI-Laufzeitumgebung zu schaffen. Diese Technologie ermöglicht es, Large Language Models (LLMs) direkt mit SmartWe zu verbinden – und damit die Art und Weise, wie wir mit CRM-Systemen arbeiten, grundlegend zu verändern.

Doch wie funktioniert diese Verbindung technisch? Und wie lässt sie sich in die bestehende SmartDesign AI-Umgebung einbetten, die bereits heute Tools, Skills und Kontext für KI-gestützte Prozesse bereitstellt?

Die SmartDesign AI-Umgebung

Die SmartDesign AI-Umgebung ist das Herzstück der KI-Integration in der SmartWe-Welt. Sie besteht aus mehreren Komponenten, die zusammenarbeiten, um Nutzeranfragen intelligent zu verarbeiten:

  • KI-Laufzeitumgebung: Die zentrale Plattform, die die Kommunikation zwischen dem SmartDesign Chat-Assistenten, dem KI-Modell und den Drittanwendungen (wie SmartWe) steuert.
  • Tools: In Zukunft werden sich auch Drittsysteme über MCP anbinden lassen. Diese Systeme stellen Daten und Funktionen bereit, die das KI-Modell nutzen kann.
  • Skills: Fertigkeiten oder Fähigkeiten, die das KI-Modell erlernt hat, um spezifische Aufgaben zu lösen (z. B. Kundenanfragen zu bearbeiten oder Daten zu analysieren).
  • Kontext: Zusätzliche Informationen, die dem KI-Modell helfen, Anfragen besser zu verstehen (z. B. frühere Interaktionen oder Nutzerpräferenzen).
  • Authentifizierung (Auth): Mechanismen wie API-Schlüssel oder OAuth, die sicherstellen, dass nur autorisierte Nutzer und Systeme auf die Daten zugreifen können.
  • Rechte: Berechtigungen, die festlegen, welche Aktionen das KI-Modell in den angebundenen Systemen ausführen darf.
  • Protokoll: Regeln und Standards (wie MCP), die den strukturierten Datenaustausch zwischen den Komponenten ermöglichen.

Ablauf einer Nutzeranfrage

Doch was heißt das konkret? Wie laufen die Interaktionen zwischen den Systemen? Das kannst du dir so vorstellen:

  1. Nutzer-Prompt: Der Nutzer gibt eine Anfrage ein, z. B. „Bereite meinen Besuch bei der Müller GmbH vor.“
  2. Verarbeitung in der KI-Laufzeitumgebung:
    • Die Anfrage wird an das KI-Modell weitergeleitet.
    • Das KI-Modell analysiert die Anfrage und entscheidet, welche Tools (z. B. SmartWe API) und Skills benötigt werden.
    • Bei Bedarf werden zusätzliche Kontextinformationen hinzugezogen.
  3. Interaktion mit Drittanwendungen:
    • Das KI-Modell sendet über MCP strukturierte Anfragen an die angebundenen Systeme (z. B. SmartWe).
    • Die Systeme liefern die angeforderten Daten oder führen die gewünschten Aktionen aus.
  4. Rückgabe des Ergebnisses:
    • Die Antworten der Systeme werden an das KI-Modell zurückgegeben.
    • Das KI-Modell verarbeitet die Informationen und gibt dem Nutzer eine zusammengefasste Antwort (z. B. eine Liste mit Kundeninformationen oder eine Bestätigung der durchgeführten Aktion).
Das Model Context Prototocol ist die Sprache mit der sich LLMs mit Drittanwendungen verstehen (Foto: Alkis Kurul)

Was ist das Model Context Protocol (MCP)?

Das Model Context Protocol (MCP) ist ein offener Standard, der es LLMs ermöglicht, mit externen Anwendungen, Datenquellen oder Diensten zu interagieren. Es übersetzt die Anfragen des LLMs in eine für die Anwendung verständliche Sprache und umgekehrt.

In der SmartDesign AI-Umgebung übernimmt MCP die Rolle des Vermittlers zwischen dem KI-Modell und den Drittanwendungen wie SmartWe. Es sorgt dafür, dass die Kommunikation strukturiert, bidirektional und sicher abläuft.

Warum ist MCP wichtig?

  • Strukturierter Datenaustausch: MCP sorgt dafür, dass Daten zwischen dem LLM und der Anwendung in einem klaren, vordefinierten Format ausgetauscht werden – ähnlich wie ein Formular, das immer gleich ausgefüllt wird.
  • Bidirektional: Die Kommunikation funktioniert in beide Richtungen – das LLM kann Daten abfragen und die Anwendung kann dem LLM Daten oder Befehle senden.
  • Flexibilität: MCP ist nicht auf eine bestimmte Anwendung oder ein bestimmtes LLM beschränkt. Es ist ein universeller Standard, der für viele Systeme genutzt werden kann.

Die technische Basis: JSON-RPC

MCP nutzt JSON-RPC als Kommunikationsprotokoll. JSON-RPC ist ein einfaches, aber mächtiges Protokoll, das auf dem JSON-Format (JavaScript Object Notation) basiert. JSON ist für Menschen leicht lesbar und für Maschinen einfach zu verarbeiten. Es sieht aus wie eine Liste von Schlüssel-Wert-Paaren, ähnlich einem Formular oder einer Tabelle.

Wie funktioniert JSON-RPC?

Stell dir vor, du schreibst eine Nachricht an SmartWe, um eine bestimmte Aktion auszuführen. Dieser Brief enthält:

  • Empfänger: Die Anwendung (z. B. SmartWe).
  • Betreff: Die Aktion, die du ausführen möchtest (z. B. „Kundendaten abrufen“).
  • Inhalt: Die Details, die für die Aktion benötigt werden (z. B. „Kunden-ID: 12345“).
  • Absender: Eine eindeutige Kennung, damit die Antwort dem richtigen Brief zugeordnet werden kann.

SmartWe liest die Nachricht, führt die gewünschte Aktion aus und schickt eine Antwort zurück – ebenfalls in diesem strukturierten Format.

Mit der SmarDesign AI-Umgebung wird ein agentisches System erschaffen (Foto: CAS Software AG)

Wie MCP in der Praxis funktioniert

Damit das LLM mit SmartWe kommunizieren kann, müssen beide Seiten eine gemeinsame Sprache sprechen. MCP sorgt dafür, dass das LLM zunächst erfährt, welche Funktionen SmartWe überhaupt anbietet – wie ein Menü, das alle möglichen Aktionen auflistet. Jede dieser Funktionen hat eine klare Bedeutung: So weiß das LLM, dass die Funktion „Kundendaten abrufen“ Name, E-Mail und Firma eines Kunden liefert, während „Lead erstellen“ einen neuen Kontakt im System anlegt.

Die Kommunikation selbst erfolgt über strukturierte Nachrichten, die wie ein ausgefülltes Formular aussehen. Das LLM sendet dabei eine Anfrage wie „Führe die Aktion Kundendaten abrufen mit der Kunden-ID 12345 aus“. SmartWe antwortet mit den gewünschten Daten, ebenfalls in einem klaren Format. Dabei ist für jede Funktion genau definiert, welche Informationen benötigt werden und welche Daten zurückgegeben werden – so wie bei einem Formular, bei dem jedes Feld eine bestimmte Bedeutung hat.

Zusatzaspekte: Was sonst noch wichtig ist

Authentifizierung: Wie wird die Sicherheit gewährleistet?

Damit das LLM sicher mit SmartWe kommunizieren kann, ist eine Authentifizierung nötig – ähnlich wie ein Schlüssel oder Passwort, das beweist, dass die Anfrage berechtigt ist.

  • API-Schlüssel: Ein geheimer Code, der in jeder Anfrage mitgesendet wird. Stell dir das vor wie einen Mitgliedschaftsausweis, den du bei jedem Besuch vorzeigen musst.
  • OAuth 2.0: Ein Standard, bei dem der Nutzer seine Zustimmung gibt (z. B. durch eine Login-Seite). Das ist wie ein Handshake, bei dem beide Seiten bestätigen, dass sie sich kennen und vertrauen.

Beispiel:
Wenn das LLM eine Anfrage an SmartWe sendet, fügt es den API-Schlüssel hinzu – ähnlich wie du deinen Ausweis an der Kasse vorzeigst, um zu beweisen, dass du Zugang hast.

Herausforderungen und Lösungen

HerausforderungLösung
Die API ist komplexNutze die Discovery-Funktion, um automatisch eine Liste der verfügbaren Funktionen zu erhalten – wie ein Menü in einem Restaurant, das dir zeigt, was möglich ist.
Authentifizierung ist kompliziertVerwende sichere Methoden wie API-Schlüssel oder OAuth 2.0. Stell dir das wie einen Schlüsselbund vor: Jeder Schlüssel öffnet eine bestimmte Tür.
Daten müssen korrekt formatiert seinAchte darauf, dass alle Eingaben im richtigen Format vorliegen – wie beim Ausfüllen eines Formulars, bei dem jedes Feld korrekt ausgefüllt sein muss.
Fehler können auftretenImplementiere eine Fehlerbehandlung, die z. B. Zeitüberschreitungen oder ungültige Anfragen erkennt und entsprechend reagiert.

Die Integration eines CRM-Systems wie SmartWe mit einem LLM über das Model Context Protocol (MCP) öffnet neue Möglichkeiten für die Automatisierung und Intelligenz von Geschäftsprozessen. In der SmartDesign AI-Umgebung wird diese Integration nahtlos in eine bestehende KI-Infrastruktur eingebettet, die bereits heute Tools, Skills und Kontext für intelligente Prozesse bereitstellt.

Durch den strukturierten, bidirektionalen Datenaustausch können LLMs nicht nur Daten abfragen, sondern auch Aktionen in der Anwendung auslösen – und das auf eine für Menschen nachvollziehbare Weise. Die Ankündigung auf dem Customer Centricity Forum zeigt, wie wichtig solche Integrationen für die Zukunft der KI-gestützten Arbeitswelt sind.

Ausblick

In der SmartWe sind bereits alle kunden- und projektrelevanten Informationen enthalten. Durch die mehrere Optimierungen im System wird erreicht, dass in Zukunft ein KI-Agent die vorliegenden strukturierten Informationen nutzt, um Aufgaben zu erledigen.

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